Meine Tonkami Comeback-Challenge
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Wenn aus Leidenschaft Stress wird
Die Letzten Monate war es ziemlich still bei Tonkami. Und so habe ich mir das ehrlich gesagt nicht vorgestellt.
Seit etwas mehr als einem Jahr bin ich Keramikerin und bewundere oft Menschen, die es schaffen, Leben, Arbeit, soziale Kontakte, Hobbys und Kreativität dauerhaft unter einen Hut zu bekommen. Ich selbst war schon immer eher das Gegenteil davon. Wenn mich etwas begeistert, dann richtig. Dann entsteht ein kompletter Hyperfokus. Einen Monat male ich exzessiv, dann kümmere ich mich plötzlich nur noch um Pflanzen oder verbringe jede freie Minute mit Häkeln. Kreativität war bei mir schon immer in intensiven Phasen da 🫠.
Mit dem Töpfern war es Anfangs genauso, nur dass daraus plötzlich mehr wurde. Tonkami wurde größer, es kamen Shop-Drops, Erwartungen und feste Termine dazu. Gleichzeitig hatte ich Uni, Klausurenphase und den Anspruch, allem gerecht zu werden. Rückblickend war es wahrscheinlich keine gute Idee, meinen letzten Shop-Drop genau in diese stressige Zeit zu legen 😓. Aber ich wollte niemanden enttäuschen und habe versucht, alles gleichzeitig zu schaffen.
Das Problem daran: Sobald ich auf eine Deadline hinarbeite, verliert Kreativität für mich oft ihre Leichtigkeit. Irgendwann war ich einfach komplett ausgelaugt. Nach dem letzten Drop brauchte ich erstmal Abstand und hatte dann sogar gar keine Lust mehr, mich an die Drehscheibe zu setzen.
Vielleicht habe ich einfach meinen eigenen Rhythmus noch nicht gefunden. Vielleicht muss Kreativität für mich anders funktionieren als „ständig produktiv sein“. Vielleicht vergleiche ich mich zu sehr mit dem Leben anderer. Denn eigentlich macht mir das Töpfern doch ganz viel Spaß, oder? Genau deshalb möchte ich versuchen, diese Freude wiederzufinden.
Also starte ich jetzt eine kleine Challenge: 2 Wochen lang töpfere ich nur Dinge, die mir wirklich Spaß machen. Dabei möchte ich Neues ausprobieren und mich und Tonkami wiederfinden. Und natürlich nehme ich euch mit 🌞!
Meine Regeln für die Challenge
- Ich töpfere nur Dinge, auf die ich wirklich Lust habe.
- Jeden Tag eine Kleinigkeit
- Jede Töpfertechnik erlaubt
- Keine Erwartungen zur Perfektion
- Kein zeitlicher Druck
Ich nehme euch mit
Während der Challenge möchte ich regelmäßig Einblicke auf Instagram teilen und daraus eine Reihe machen. Ich weiß, das klingt wieder nach Druck, aber aktuell ist das etwas, worauf ich mich freue. Außerdem möchte ich sowieso wieder aktiver auf Instagram werden.
Das ist dann okay I guess 😂?
Lasst die Challenge beginnen
Und um dem Ganzen ein bisschen Leben einzuhauchen fangen wir damit direkt an! Aktuell bin ich ein bisschen obsessed mit Tiervasen 🥹, deswegen zeige ich euch als „Tag 1“, wie man eine Huhn-Tiervase aus Steinzeug töpfert. Macht gerne mit und schickt mir auf Instagram oder Tiktok eure Tiervasen (holt euch auch gerne ein bisschen Inspiration und kreiert eure eigenen Tiere 😉).
Das Reel dazu findet ihr hier. Oder ihr orientiert euch an der Kurzversion im Blog ☺️. Viel Spaß beim Mitmachen!!
Schritt 1: knetet ca. 350g Ton gut durch und rollt auf dem Geschirrtuch eine ca. 3-4mm dicke Platte mit dem Nudelholz aus. Ritzt danach mit der Nadel ein gleichschenkliges Trapez in den Ton. (Hebt den Rest der Platte für später auf)
Schritt 2: Biegt die Seiten des Trapezes nach oben, sodass ihr seht, wo ihr es schließen möchtet. Die Kanten, die sich gleich treffen ritzt ihr mit der Nadel an. Drückt anschließend die Seiten aufeinander und rüttelt etwas – so verbindet sich der Ton miteinander. (Kleiner Tipp: nutzt ein bisschen Wasser als „Kleber“)
Schritt 3: Stellt die Vase auf die übrige Tonplatte und ritzt mit der Nadel drum herum. Verbindet den Ton wie in Schritt 2 miteinander.
Schritt 4: Versäubert eure Vase mit leicht befeuchteten Fingern oder dem feuchten Schwamm, damit alles glatt wird.
Schritt 5: Formt kleine Tonkügelchen für Schnabel, Kamm, Flügel etc. und bringt sie wie in den vorherigen Schritten an eurer Vase an.
Schritt 6: Versäubert eure Vase um die angebrachten Tonkügelchen herum und lasst sie am besten unter einer locker darüber gelegten Plastikfolie trocknen. (So trocknet der Ton gleichmäßiger)

Und so habt ihr ganz einfach eine eigene Tiervase gemacht. Absolut süß oder 🥹🥹?
Nach dem Trocknen wird die Vase bei 950° gebrannt (wenn ihr keinen eigenen Ofen habt, gibt es häufig Brennservices, bei denen ihr eure Stücke kostenpflichtig brennen lassen könnt). Anschließend kann die Vase mit Engoben bemalt und mit transparenter Glasur glasiert werden. Nach dem Trocknen wird dann erneut gebrannt aber diesmal bei 1240°. Danach ist die Vase gebrauchsfertig und kann auch mit Wasser gefüllt werden 🌸.
Sollte euch das zu aufwändig sein gibt es auch eine einfachere Variante, bei der man lufttrocknenden Ton verwendet. Hierbei ist kein Brennen notwendig – allerdings ist die Vase anschließend nicht wasserdicht (ich würde aber sagen genau für sowas gibt es Trockenblumen – ich habe da ein paar Hübsche bei Ikea gefunden 🥰). Bemalt werden kann hier die Vase mit Acrylfarbe ☺️.
Jetzt bin ich aber gespannt auf eure Werke 🙃! Und auch was die nächste Zeit bringt... viele Ideen habe ich auf jeden Fall noch und ich freue mich darauf diese Challenge weiterzuführen 😂!
Tonkami ist back 🔥!
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